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KH005 – Sebastian Zumpe – Schauspieler

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KH005 – Sebastian Zumpe – Schauspieler

On Oktober 6, 2013, Posted by , In Veröffentlicht, With No Comments

Am 08.09. diesen Jahres habe ich, während des Theaterfestes, Sebastian Zumpe zugeschaut, wie er ein Live-Hörspiel aufführte.

Im Anschluss daran habe ich dann die beiden Sebastians (Sebastian Glathe und Sebastian Zumpe) angesprochen, ob sie nicht Lust hätten sich interviewen zu lasen. Wie man jetzt hört hat es mit beiden geklappt.

Am 12.10. war Sebastian so nett sich mit mir in seiner Küche zu unterhalten. Herausgekommen ist eine sehr entspannte, einstündige Unterhaltung.

Wir haben wie immer mit dem Werdegang begonnen. Sebastian hat familiär bedingt begonnen im Chor des MDR zu singen. Die nächste Station war dann der Thomaner Chor. Hier war er dann auch in dem dazugehörigen Internat. Sicher eine prägende Erfahrung.

Aufgewachsen ist Sebastian in Freiberg und Leipzig.

Die Ausbildung zum Schauspieler hat Sebastian dann an der Essener Folkwang Schule erfolgreich absolviert. Es folgten erste Engagements gefolgt von einer Einladung zum Vorsprechen nach Bremerhaven. Die Chemie stimmte und seit der Spielzeit 2010/2011 ist Sebastian Mitglied des Bremerhavener Ensambles.

Von Anfang an hat er sich an der Arbeit des Jungen Theaters, zusammen mit Alexandra Luise Gesch, zusätzlich zu seiner Arbeit am Schauspielhaus, zum Beispiel im Radarclub beteiligt.

Von Anfang an hat Sebastian auch bei Aufführungen an Aussenspielorten teilgenommen. Wie zum Beispiel :Filchner Barriere, Eistau und Amerika(Kafka).

In dieser Spielzeit spielt er in “Die Verwandlung” erneut ein Kafka Stück, diesmal als Monolog. Sebastian erklärt, warum er Respekt vor diesem Stück hatte und warum es etwas ganz besonderes ist, ganz alleine auf der Bühne zu sein.

Anschliessend erfahren wir wie ein Stück, vom erhalt des Textes, über die verschiedenen Proben, bis zur Aufführung erarbeitet wird. Wie wir schon bei der Inzpizientin, Dayen Tuskan, und dem Regieassistenten, Sebasian Glathe, gehört haben, ist die Endprobenzeit sehr besonders.

Sebastian erläutert mir wie es um die Einflussnahmemöglichkeiten der Schauspieler bestellt ist. Wie Text gelernt wird erfahren wir und wie eigentlich der Tagesablauf eines Schauspielers ist.

Sebastian erklärt mir, was geschieht, wenn ein Schauspieler kurzfristig ausfällt und wie der Probenalltag über eine Spielzeit hinweg aussieht.

Im Anschluss sprechen wir über das Live-Hörspiel, das ich beim Tag der offenen Tür gesehen habe und das  als Reihe mit verschiedener Besetzung über die Spielzeit vortgesetzt wird.

Es folgen einige Sätze die Sebastian kommentiert:

– Schauspieler ist kein richtiger Beruf.

– Schauspieler verdienen viel Geld.

– Schauspieler sind anders.

Sebastian zieht ein kurzes Resumee und gibt gleichzeitig einen kurzen Ausblick.

Wir sprechen über die inoffiziellen Aktivitäten, z. B. die Intendanten

Die Intendanten

Das Nächste Thema ist das Ensamble als “Familie”. Sebastian erklärt mir wie er die Unterschiede an verschieden grossen Häusern wahrgenommen hat.

Zum Schluss verrät Sebastian uns noch was er in Bremerhaven macht, wenn er nicht am Theater ist.

Es ist eine, wie ich finde, sehr reflektierte Einschätzung des Schauspielerberufs transportiert worden, die mir viel viel kürzer vor kam. Am Ende ist es eine gute Stunde geworden.

 

 

Wie immer die Beschreibung des Bühnenvereins:

Dem Schauspieler wird innerhalb der Produktion eine Rolle übertragen, die er mit seinen künstlerischen Möglichkeiten Gestik, Mimik und Stimme unter Zuhilfenahme von Maske, Kostüm und Requisiten gestaltet. Für den Zuschauer stellt der Schauspieler fiktive Figuren in fiktiven Situationen und Handlungen dar. Er spielt eine Rolle, eine erdachte Figur, aber auch historisch belegte Personen. Vor Beginn der Einstudierung, der eigentlichen Probenarbeit, muss sich der Schauspieler im Selbststudium mit seiner Rolle beschäftigen. Hierzu gehören das Auswendiglernen des Textes, die Beschäftigung mit dem sozialen und historischen Umfeld der Rolle, mit der Zeit, in der das Stück spielt, mit den besonderen Umständen, in denen sich die Handlung zuträgt und mit den physischen, sozialen und psychischen Besonderheiten der zu spielenden Figur und ihrer Partner. Diese Arbeit wird auf der Probe gemeinsam mit den anderen an der Produktion beteiligten Darstellern unter Anleitung des Regisseurs fortgesetzt. Wichtig ist dabei die Fähigkeit des Schauspielers, dem Regisseur eigene Vorschläge für die Rollengestaltung zu machen. Die Probendauer von der ersten Leseprobe bis zur Premiere ist sehr unterschiedlich. Große Bühnen können meistens längere Probenzeiten disponieren als kleinere Theater. Im Schnitt betragen die Proben vier bis acht Wochen pro Stück.
Eine Schauspielerkarriere hängt von vielen, oftmals schwer beeinflussbaren Faktoren ab. Neben der Ausbildung eigener künstlerischer Fähigkeiten kann auch der Typ entscheidend sein. Manche Schauspieler erleben den Höhepunkt ihrer Karriere bereits in jungen Jahren, andere kommen erst nach vielen harten Berufsjahren zu künstlerischen Erfolgen. Nicht immer entspricht der so genannte Marktwert dem tatsächlichen Können, oft ist er auch nur ein Resultat optimaler Vermarktung. Die Öffentlichkeit spielt im Leben eines Schauspielers eine entscheidende Rolle. Kritiker können mit ihren Bewertungen Schauspielerschicksale mitentscheiden. Aber auch Kollegen, Regisseure und Intendanten tragen zum Ruf eines Schauspielers bei. Viele Regisseure bevorzugen im Laufe ihrer Karriere die Zusammenarbeit mit bestimmten Schauspielern. Oftmals ist deshalb die Entwicklung eines Schauspielers mit der eines Regisseurs verquickt.

VORAUSSETZUNGEN

Menschenkenntnis, Grundkenntnisse der Psychologie, Soziologie, Geschichte und Kunstgeschichte gepaart mit Fantasie und hoher physischer Belastbarkeit sind für eine Arbeit als Schauspieler unerlässlich. Disziplin braucht man sowohl für den Beruf als auch für die Ausbildung. Formal wird für das Studium der Fachrichtung Schauspiel eine abgeschlossene Schulbildung (Mittlere Reife oder Hochschulreife) vorausgesetzt. Davon können Ausnahmen gemacht werden, wenn eine besondere Begabung nachgewiesen wird.
Da an den meisten Schauspielschulen nur ein Bruchteil der Bewerber eines Jahrgangs aufgenommen wird, gibt es harte Auswahlkriterien und Zulassungsbeschränkungen. Das Mindestalter beträgt 18 (an manchen Schulen 17) Jahre; das Höchstalter zu Beginn des Studiums 24 bzw. 25 (an der Universität der Künste Berlin 28) Jahre. Die gesundheitliche Tauglichkeit muss durch ein ärztliches Attest nachgewiesen werden. Zum Nachweis der besonderen künstlerischen Eignung fordern alle öffentlichen und die meisten privaten Schauspielschulen das Bestehen einer meist mehrtägigen Aufnahmeprüfung, in der die verschiedenen Fähigkeiten sowie die Motivation des Bewerbers erkundet werden soll. Die Modalitäten der Aufnahmeprüfung variieren von Schule zu Schule und müssen im Einzelfall dort erfragt werden.

 

Quelle : http://www.buehnenverein.de

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