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KH004 – Sebastian Glathe – Der Regieassistent

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KH004 – Sebastian Glathe – Der Regieassistent

On September 24, 2013, Posted by , In Veröffentlicht, With No Comments

Am 22.09.13, am Wahltag zur Bundestagswahl, habe ich mich mit Sebastian Glathe zum Interview getroffen. Aufgenommen haben wir im “Platz 1”, weshalb es zwischendurch auch etwas laut wird.

Beim Vorgespräch hat sich dann herausgestellt, das Sebastian früher (2002) aktiver Politiker als Vorsitzender, bei der Grünen Jugend in Baden-Würtenberg war.

Thema war dann aber natürlich seine Arbeit als Regieassistent am Stadttheater, genauer gesagt beim Musiktheater.

Sebastian erzählt mir, wie er, unter anderem über die Station der Inspizienz in Ulm , zum Stadttheater Bremerhaven gekommen ist.

Wir erfahren, wo die Unterschiede zwischen Schauspiel und Musiktheater liegen.

Der Regieassistent ist nicht nur der Zuarbeiter für den Regisseur, sondern übernimmt am Ende der Proben die Abendspielleitung.

Am Beispiel von “Singing in the Rain” erklärt er mir wie der Ablauf aus Sicht eines Regieassistenten aussieht.

Wir erfahren etwas über Probebühnen Proben und Korrepitition. Gleichzeitig finden die Bühnen-Orchester-Proben und die Orchester-Alleine-Proben.

Es folgen die ersten von vier Proben auf der Bühne. Sebastian erläutert die Disposition, die je nach Art des Stücks, sehr umfangreich sein kann.

In Singing in the Rain gab es auch Film Szenen, mit denen Sebastian aber nicht viel zu tun hatte.

Grosse Herausvorderung für den Regieassistenten ist das Einweisen von Gästen, falls Darsteller ausfallen.

Genau wie für die Inspizientin, sind auch für den Regieassistenten die Endprobenzeiten die anspruchsvollsten. Es kommt alles zusammen, was vorher separat geprobt wurde, und muss funktionieren. Dann ist der Assistent gefordert.

Sebastian erklärt mir was der Klavierauszug ist, und warum im Musiktheater italienisch gesprochen wird.

Das Handwerkzeug des Regieassistenten sind Bleistift und Radiergummi.

Mich interessiert dann noch die Applausordnung, die mir Sebastian dann auch kurz erklärt.

Wir reden kurz über die verschiedenen Arten von Regiesseueren worüber wir ja schon von der Inspizientin gehört haben.

Sebastian hat ehrenamtlich den Bühnenablauf für “Bremerhaven für Rudolfo” mitgestaltet. Eine prägende Erfahrung.

Das Berufliche Ziel für Sebastien ist selbst Regie zu führen. Der erste Schritt hierzu ist seine eigene Regie bei “Hänsel und Gretel”  während der Familienkonzerte. Dazu musste er den Intendanten, Herrn Mokrusch, “bearbeiten” um seine eigene Regie zu bekommen.

Wir hören, was das schwierigste und was das schönste, am Beruf des Regieassistenten ist.

Zum Schluss erklärt Sebastian mir was eine Strichfassung ist.

Nach “nur” einer halben Stunde, die mir viel länger vorkam, habe ich einen schönen Einblick in das bekommen, was ein Regieassistent macht.

 

 

Regieassistent/in

BERUFSBILD

Der Regieassistent unterstützt den Regisseur bei seiner Arbeit. Im Wesentlichen bedeutet dies das Führen des Regiebuchs, in dem alle für eine Inszenierung bedeutsamen Daten notiert werden: Positionen, Gänge, Textänderungen und -streichungen, Auftritte und Abgänge etc. Diese Arbeit erfordert große Sorgfalt, denn das Regiebuch mit seinen Notizen ist die Grundlage für die späteren Repertoirevorstellungen und Wiederaufnahmen. Aus ihm muss jederzeit ersichtlich sein, welches Konzept einer Inszenierung zugrunde liegt und wie das Stück verlaufen soll. Des Weiteren hat der Regieassistent die Aufgabe, in Absprache mit dem Regisseur den Probenplan zu erstellen. Dabei muss er sowohl den künstlerischen als auch den räumlichen und personellen Gegebenheiten Rechnung tragen. Jede Probe muss so effektiv wie möglich genutzt werden. Zudem ist er die zentrale Kontaktstelle zwischen dem Regisseur und den Mitarbeitern der jeweiligen Produktion sowie allen betroffenen Abteilungen im Haus. Häufig übernimmt der Regieassistent auch die Tätigkeit des Abendspielleiters. Sie umfasst die Betreuung und Einarbeitung von Gastdarstellern sowie die künstlerische Überwachung der abendlichen Repertoirevorstellungen.
Zu welchem Zeitpunkt der Regieassistent zum Regisseur aufsteigen kann, ist nicht vorhersagbar. Meist dauert es mehrere Jahre, ehe ihm die erste eigene Regie anvertraut wird. Bis dahin sollte er versuchen, soviel wie möglich zu lernen und sich mit den Strukturen einer Probenarbeit vertraut zu machen. Parallel dazu ist es sinnvoll, an Studiobühnen mit Schauspiel- oder Gesangsschülern erste eigene Regieversuche zu realisieren.

VORAUSSETZUNGEN

Zu den Voraussetzungen vgl. die Informationen beim Regisseur. In Deutschland gibt es im Gegensatz zu einigen anderen Ländern keine Ausbildung zum Regieassistenten. Die praktischen Erfahrungen, die man als Regieassistent macht, sind aber eine wichtige Basis für spätere eigene Regiearbeiten. Vom Versuch, zugunsten eines sofortigen Einsatzes als Regisseur um ein Dasein als Regieassistent “herumzukommen”, ist hinsichtlich einer praktisch fundierten Ausbildung daher abzuraten.

 

Quelle: Deutscher Bühnenverein

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