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KH003 – Dayen Tuskan – Die Inspizientin

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KH003 – Dayen Tuskan – Die Inspizientin

On September 16, 2013, Posted by , In Veröffentlicht, With No Comments

Was eine  Inspizientin tut, ist für uns Zuschauer eigentlich nicht wahrzunehmen, trotzdem ist es etwas, ohne das kein Theaterstück funktionieren würde.

Gestern hat mir Dayen Tuskan, die Inspizientin am Stadttheater Bremerhaven, erklärt was denn eine Inspizientin so macht.

Wir erfahren, wie sie über die Ausbildung zur Friseurin, die Voraussetzung für die “Maske” ist, über das Schauspiel an der Niederdeutschen Bühne zur Inspizienten Rolle gekommen ist.

Dann hat sich die Gelegenheit geboten 2004/2005 den Posten der Souffleuse zu übernehmen, die Frau Tuskan dann auch wahrgenommen hat.

Nach verschiedenen Stückverträgen hat Frau Tuskan sich entschlossen, sich ein Herz zu fassen und den damaligen Intendanten, Herrn Griesebach, anzusprechen wegen einer Anstellung als Inspizientin.

Das hat funktioniert und Dayen hatte einen Vertrag als Inspizientin für das Musiktheather ohne Noten lesen zu können!

Wie sie das bewältigt hat erzählt sie mir sehr nett.

Dayen erzählt mir, was ein Inspizient genau macht, welche Voraussetzungen man mitbringen muss ,wie die Proben ablaufen und wo die Unterschiede zwischen Schauspiel-Inspizienz und Musik-Inspizienz liegen.

Wir erfahren, warum, zumindest in Deutschland, Inspizientin kein Lehrberuf ist.

Dayen ist das Bindeglied zwischen Regisseur und Technik. Das Schlüsselwort hier ist : einen reibungslosen  Ablauf Sicherstellen. Das wichtigste Hilfsmittel ist das Buch. Die Schaltzentrale, ihr Arbeitsplatz, ist das Pult.

Hierüber kommuniziert sie mit allen relevanten Abteilungen ( Ton, Stellwerk etc.)

Natürlich geht auch mal was schief. Was schon mal passiert ist und was man dann tun kann erzählt sie mir.

Frau Tuskan erklärt mir den Probenablauf, und warum die letzten zwei Wochen besonders vordernd sind, weil dann alles mit allem geprobt wird.  Im Grunde hat man nur die beiden Hauptproben, bevor es zu Generalprobe kommt.

Wir reden kurz über Eigenarten bestimmter Regisseure. Die Aussenproduktionen betreut Dayen nicht, dazu gibt es im Grossen Haus für sie genug zu tun.

Wenn man sich mit dem Beruf der Inpizientin beschäftigt, liest man immer von den starken Nerven, die man braucht. Dayen nennt es eher Konzentrationsfähigkeit. Die starken Nerven braucht man dann für die Endproben.

Wir klären kurz, wie die Inspizientin vertreten wird und wie sichergestellt wird das das auch funktioniert.

Dayen erklärt, wie sie das “Pult” gelernt hat und wie prägend die Inpizienz bei Jeckyll und Hyde war.

Dayen fasst zum Schluss noch einmal zusammen was für sie der Beruf der Inspizientin ausmacht mit einem Kompliment an ihre Kollegen.

Nach fast einer Stunde habe ich einen Schönen Überblick über das bekommen was eine Inspizientin tut und wir hören Dayen sagen, dass sie ihren Traumberuf gefunden.

 

 

 

Weitere Infos zum Beruf kommen hier vom Deutschen Bühnenverein:

 

Der Inspizient ist als Bindeglied zwischen Kunst und Technik für den organisatorischen Ablauf einer Vorstellung verantwortlich. Er ist eine Hilfskraft des Regisseurs und hat zur Erfüllung seiner Aufgabe gegenüber den Bühnenmitgliedern den Status eines Vorstands.

Seitlich der Bühne steht das mit Monitoren, Sprechverbindungen sowie optischen und akustischen Signalanlagen ausgestattete Inspizientenpult, von dem aus er den Verlauf der Aufführung steuert. Dreißig Minuten vor Beginn der Vorstellung gibt er das erste von drei Zeichen, welche die Vorbereitungen für einen pünktlichen Anfang bei allen Mitwirkenden bewirkt. Auch die Klingelzeichen zum Einruf des Publikums werden an seinem Pult ausgelöst. Im Verlauf des Abends veranlasst der Inspizient anhand des von ihm eingerichteten Klavierauszugs oder Textbuchs alle dort auf die Note bzw. das Stichwort genau vermerkten Lichtwechsel, Toneinspielungen und szenischen Verwandlungen inklusive des Öffnens und Schließens des Vorhangs, nachdem er sich zuvor von der ordnungsgemäßen Einrichtung der Bühne überzeugt hat. Darüber hinaus werden von ihm die Künstler zum Auftritt gerufen und mit den notwendigen Requisiten versehen auf die Szene geschickt. Spezialeffekte wie z.B. Blitze betätigt der Inspizient häufig persönlich.
Um seinen verschiedenen Aufgaben gerecht zu werden, muss der Inspizient mit der Inszenierung eng vertraut sein. Aus diesem Grunde tritt er nicht erst bei der Premiere in Aktion, sondern ist schon bei den Proben dabei. Bisweilen verfasst der Inspizient auch ein Protokoll der Probenarbeit und fertigt den Spielbericht an.

 

VORAUSSETZUNGEN

Trotz der großen Bedeutung dieser Position für den erfolgreichen Verlauf einer Vorstellung gibt es keinen eigenen Ausbildungsgang für Inspizienten. Fast ausschließlich kommen sie als ehemalige Sänger, Tänzer oder Schauspieler aus dem Betrieb selbst, womit sie die Anforderungen wie Notenlesen und Kenntnis des Bühnenbetriebes erfüllen. Der Inspizient bedarf vor allem einer gewissen Gelassenheit, um sicher und konzentriert auf unvorhergesehene Zwischenfälle während einer Aufführung reagieren zu können. Er sollte außerdem kommunikativ sein und gut mit Menschen umgehen können, benötigt aber auch Durchsetzungsstärke.

 

Quelle : http://www.buehnenverein.de

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