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KH001 – Ulrich Mokrusch – Der Intendant

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KH001 – Ulrich Mokrusch – Der Intendant

On April 25, 2013, Posted by , In Veröffentlicht, With No Comments

Am 26 November 2012 habe ich zusammen mit Ulrich Mokrusch, dem Intendanten des Bremerhavener Stadttheaters, meine allererste Podcast-Folge aufgenommen. Dementsprechend aufgeregt war ich dann auch. Das legte sich dann aber dank meines sehr entspannten Gesprächspartners recht schnell. Die Headsets haben in Anbetracht ihres geringen Preises einen guten Dienst geleistet. Die Aufnahme ist etwas übersteuert, klingt aber gut genug.

Begonnen haben wir Ende 2009. Herr Mokrusch hat kurz erzählt was in der kurzen Zeit bis zu ersten Spielzeit zu tun war.

Als nächstes sprachen wir über die neue Ausrichtung des Theaters und verschiedene Projekte an Aussenspielorten wie zum Beispiel: Entdeckung der Langsamkeit im Deutschen Schifffahrtsmuseum, Verzögerte Heimkehr einige reisen nach Eldorado im Nordsee Hotel, Amerika im Deutschen Auswanderer Haus, und Die Filchner-Barriere an der Kolumbuskaje.

Anlässlich der 100-Jahr Feier des Theaters hat das Neue Deutschland ein Interview mit Herrn Mokrusch gedruckt. In diesem Zusammenhang berichtet Her Mokrusch wie fordernd sein Beruf sein kann.

Im Anschluss berichtet der Intendant wie er die Arbeit als Regisseur am eigenen Haus bei der Arbeit an Fairy Queen und Leuchtturm erlebt hat und was das besondere für ihn ist.

Als nächstes gibt er uns einen Einblick über seinen Tages -und Wochenablauf, gefolgt von einem kurzen Überblick was in Politik und Gesellschaft getan werden muss.

Auf die nicht Verlängerung des Vertrages von Stephan Tetzlaff angesprochen, nahm Herr Mokrusch sich sehr viel Zeit, mir zu erklären, wie diese Situation entstanden ist, wie jetzt damit umgegangen wir und wie die Tarifverträge der einzelnen Gruppen im Haus aussehen.

Es Folgt eine Zwischenbilanz. Ein Teil ist eine stolze Erwähnung eines Artikel im New York Opera Magazine.

Gegen Ende kommt ein Ausblick. Es wird neue Gesichter geben und Herr Mokrusch verspricht das sich das Theater stetig neu erfindet!

Ein wenig privates erfahren wir auch. Herr Mokrusch frühstückt aushäusig, hat eine kleine Wohnung in Köln, eine Freundin in Düsseldorf und fährt im Sommer mit dem Rad am Deich entlang zum Siebhaus.

 

Hier drunter ist dann noch einmal die Beschreibung des Bühnenvereines was einen Intendanten ausmacht.

“Der Intendant ist Leiter des künstlerischen, technischen und administrativ/wirtschaftlichen Theaterbetriebs. In großen und Mehrspartentheatern ist die Gesamtleitung gelegentlich einem Generalintendanten übertragen. Die Aufgabe des Intendanten ist die Umsetzung der Ziele des Theaterträgers zu einer künstlerischen Gesamtkonzeption für Theater und Publikum mit den zur Verfügung stehenden Finanzmitteln. Hierzu muss er insbesondere folgende Tätigkeiten wahrnehmen:

Im künstlerischen und technischen Bereich: • Den Spielplan auf diese Konzeption hin ausrichten; • die dafür notwendigen Künstler wie Regisseure, Bühnenbildner, Schauspieler, Choreografen usw. und das künstlerisch technische Personal engagieren; • über Verlängerung oder Nichtverlängerung der Verträge mit Künstlern entscheiden; • das künstlerische Personal effizient einsetzen; • zwischen den Sparten im Hinblick auf Produktionen, Premieren, Werkstatteinsätze usw. koordinieren; • in Konfliktsituationen und in Grundsatzangelegenheiten von künstlerischer und technischer Bedeutung entscheiden; • die Theaterinteressen in der Öffentlichkeit vertreten (unbeschadet des Repräsentationsrechts des Theaterträgers); • mit den Medien (Rundfunk, Fernsehen, Presse) kooperieren.

Im administrativen und wirtschaftlichen Bereich: • Den Theaterbetrieb organisatorisch steuern, beispielsweise durch die Entwicklung von Rationalisierungsstrategien, Durchführung von Organisationsuntersuchungen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Schwachstellenanalysen; • den Theaterbetrieb finanziell steuern, beispielsweise durch Entwicklung einer mittel- und langfristigen Finanzkonzeption, Planung des jährlichen Theateretats, Einhaltung der Ausgabeansätze, Erzielen der vorgesehenen Einnahmen, Auslastung von Aufführungskapazitäten, Kooperation mit Sponsoren; • den Theaterbetrieb personalwirtschaftlich steuern, beispielsweise durch Abschluss von Verträgen, Beachtung des Arbeits-, Versicherungsrechts sowie der Bestimmungen des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit; • die sonstigen für das Theater relevanten Rechtsvorschriften (z.B. Urheberrecht, Versammlungsstättenrecht) beachten; • den Theaterträger regelmäßig über die künstlerische, organisatorische, personalwirtschaftliche und finanzielle Situation des Theaters informieren.

Mit zunehmender Größe des Theaters ist eine Differenzierung der Leitungsfunktionen und eine Delegation von Entscheidungsbefugnissen erforderlich. Der Intendant wird bei seiner künstlerischen Arbeit von den künstlerischen und technischen Bühnenvorständen (z.B. Dramaturg, Spielleiter, Schauspieldirektor, Generalmusikdirektor, Kapellmeister, Chordirektor, Ballettmeister, Bühnenbildner oder Ausstattungsleiter, Technischer Direktor) unterstützt. In großen Mehrspartentheatern stehen dem Intendanten ein Schauspiel-, ein Opern-, ein Ballett- und ein Generalmusikdirektor zur Seite. In Verwaltungs-, Finanz- und Wirtschaftsangelegenheiten wird der Intendant in der Regel von einem Verwaltungsdirektor unterstützt.

Die reine Intendantenführung ist in den öffentlichen Theatern der Bundesrepublik Deutschland die Ausnahme. In der Regel ist der Kompetenzbereich des Intendanten eingeschränkt. Die heute überwiegende Führungsorganisation im Theater ist die eingeschränkte Intendantenführung. Der Intendant ist hier in der Regel im Außenverhältnis der alleinverantwortliche Leiter des Theaters, während seine Kompetenzen im Innenverhältnis mehr oder weniger eingeschränkt sind. Die Einschränkungen können sich sowohl auf die künstlerischen als auch auf die administrativen und wirtschaftlichen Aufgaben beziehen.”

Die weit reichenden Befugnisse – selbst wenn sie durch einen Verwaltungs- oder Kaufmännischen Direktor eingeschränkt werden – bieten dem Intendanten die Möglichkeit, ein künstlerisches Konzept zu verwirklichen, ohne darin von Dritten behindert zu werden. Gleichzeitig trägt der Intendant jedoch die Verantwortung für alle am Theater Beteiligten, d.h. gegenüber den künstlerischen und technischen Mitarbeitern, dem Rechtsträger, dem Publikum und nicht zuletzt natürlich der Kunst. Um die Dimensionen zu verdeutlichen: Große Drei-Sparten-Häuser in Deutschland beschäftigen manchmal über 1.000 Mitarbeiter, haben einen Jahresetat von 70 Millionen Euro und ziehen pro Jahr an die 500.000 Zuschauer an. Kleinere öffentliche Bühnen oder Privattheater reichen an diese Zahlen natürlich nicht heran, oft ist der Intendant dort auch in kleinere Vorgänge viel mehr eingebunden. Die Gage des Intendanten wird frei ausgehandelt und ist abhängig von der Größe eines Hauses, dem Umfang der Aufgaben und natürlich der persönlichen Reputation. Viele Intendanten lassen sich vertraglich das Recht zusichern, während ihrer Amtszeit auch selbst zu inszenieren, in eingeschränktem Umfang gegebenenfalls auch an fremden Häusern.

 

Quelle: http://www.buehnenverein.de

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